Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.


 

Das Neueste

Wasser

Gedichte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E Lonze fer d’Mundart - Wonn erschtemol de Londtag Ostalte mecht  

 

Im Londtag gibt’s seit Munat schun

Debatte um die Mundart rum.

Do merkt ma glei wie richtig schlecht

des dere Mundart wirklich geht.

Bevor sie im Museum sitzt,  

muss ma ebs due, was ihr nitzt,

muss ebs bassiere, dass sie net

de Löffl abgibt un verreckt.

Bloß wer isch schuld, dass alli glaawe,

wer Mundart babbelt, hot en Schade?

„Mundart schwätze bloß de Bleede,

wonn sie Hochdeitsch glernt bloß hätte!“

So Klischees senn gar net cool,

die kennt ma alli vun de Schul.

 

Heit isch die Hochsprach uns egal

mit Dialekt bisch bilingual.

Solle d Leit doch mol so schwätze

gonz wie sie‘s dehom aa schätze,

nord muss koner froge heit,

was des un sell uf deitsch bedeit.

Schwätzsch mol helfe wär fer all

en erster Schritt uf jeden Fall.

Viele Werter gehn verlore

kumme nimmi zu de Ohre.

Ob de Wersching oder Deetz

e haufe Ferz oder bloß Feez…

Wer konn babble,

wer kennt rapple?

Wo gibts Bebbelin zum esse,

Bibbeleskees net zu vergesse.

De Kerscheblotzer isch ebbs Guts,

ebs gonz onneres die Gruz.

Hosch en Schiewer in deim Schrenkl

oder hogsch gern uffm Bänkl,

gesch d’Schdaffl nuff un hocksch dich no,

vielleicht fongsch do zum Schwätze o.

Scho vum Horche lernt ma Sache

donn trau dich halt - ma muss bloß mache.

 

 

Fantasie und Fakt

 

Die Schreiberin saß stirnerunzelnd

am Schreibtisch richtig geisterfunzelnd.

Sie suchte Reime, Metrik, Formen

und deren Bau in rechten Normen.

Allein der Geist war willig schwach.

Sie seufzte hin und seufzte ach.

Und wie sie grad so richtig eben

am Hochverzweifeln war im Leben,

hüpft‘ ihr ein Schelm schnell auf den Schoß

und legte mit dem Dichten los.

Er reimte, dass es grad so schmerzte,

irrlichterte, lebkuchenherzte.

Kuchenblechern tönten Sätzchen

blubberbläschend mitsamt Lätzchen

hupfdollsägten durch die Lüfte,

fabrizierten Lachgasdüfte.

Ach, es war die reine Freude

und es hörten andre Leute,

riefen schnell die Polizei

wegen Spinneritisreimerei.

Weshalb die Schreiberin bald blass

tunkt‘ ihren Stift ins Tintenfass

verfasst ohne Fantasiepartikel

den ach so faden Zeitungsartikel. (Januar 2020)

 

 

 

Mensch

Von drauß, von den Straßen komm ich her,

Ich muss euch sagen, nichts weihnachtet mehr.

Allüberall auf den Bergeshöhn

Konnt ich kein Fitzelchen Schnee mehr seh’n.

Ich seh es tropfen und Wasser spritzen:

Allüberall nur Regenpfützen.

Und droben aus dem Wolkenmeer

Kommt nur weiter Nasses her.

Und wie ich so wate durch Pfützen und Schlamm

Rief mich ein leises Stimmchen an:

„Menschenkind“, rief es, „handle jetzt schnell.

Nutze dein Köpfchen und rette dein Fell.

Die Pole fangen zu schmelzen an,

Der Klimawandel ist aufgetan.

Alte und Junge sollen nun

Etwas für die Erde tun,

Um Katastrophen abzuwenden

Und die Welt zu treuen Händen

Für den Nachwuchs zu erhalten

Und sie sorgsam zu verwalten.“

Ich sprach: „Liebes kleines Weltgewissen,

Die Menschen sind ja sehr gerissen.

Weder kümmert sie der Eisbär

Noch beeinflusst sie das Eismeer

Fliegen munter durch die Welt,

Jeder wie es ihm gefällt.“

„Hat er denn nicht genug Verstand?“

„O nein, der Wahn nimmt überhand.

Zwar gibt es Umweltkonferenzen,

Allein die schlimmen Konsequenzen

Muss die Menschheit selbst erleben

ein rasches Handeln will‘s nicht geben.“

„Was sag ich nur, wie ich‘s hier find?

Reiß dich zusammen, Menschenkind!

Sieh endlich zu, dass diese Erde

Zu deinem Wohl gerettet werde.“